Dem Himmel so nah – Eine Wanderung über die Sophienhöhe

Wie der Ayers Rock bzw. der Uluru in der australischen Wüste erhebt sich die Sophienhöhe über die Bördelandschaft und den Tagebau Hambach. Wenn auch der Vergleich mit dem heiligen Berg der Aborigines zugegebenermaßen etwas etwas hinkt, so ist es doch erstaunlich, mit welcher Erhabenheit und majestätischer Ausstrahlung diese größte aller Braunkohletagebau-Abraumhalden in die Umgebung wirkt. Nähert man sich dann dem 200 Meter hohen Hügelsolitär, kommt man noch mehr ins Staunen: So viel Natur hätte man in unmittelbarer Nachbarschaft zum Tagebau Hambach auf dessen abgebaggerter Seite nicht erwartet. Abwechslungsreicher Wald, grandiose Ausblicke und das Gefühl ganz nah am Himmel zu sein, ziehen die Wanderer in ihren Bann. Auch wenn man sich hier nicht in ursprünglichster Natur bewegt, so bleibt doch die Erleichterung und Freude darüber, dass nach dem Abbau der Braunkohle auch wieder „grünes“ Leben möglich ist. Einige Bereiche der Sophienhöhe stehen inzwischen sogar unter Naturschutz. Das gilt auch für Teile des „alten“ Lindenberger Waldes am westlichen Fuß des Indeland-Berges. Schmale Pfade durchziehen diesen schönen „gewachsenen Wald“, der einen spannenden Kontrast zur jungen Natur auf der Sophienhöhe darstellt. Unerwartet viel Natur inmitten einer Kulturlandschaft…

Vom Wanderparkplatz aus geht es über den Naturerlebnispfad hinauf zum Inselsee. Beim Anblick des verwunschenen kleinen Sees vergisst man völlig, dass man sich auf einer renaturierten Abraumhalde befindet… Nah an der aktuellen Verfüllungskante geht es weiter himmelwärts. Der Wald am Wegesrand wird zunehmend jünger und bald schon ist der noch unbepflanzte Teil der Sophienhöhe erreicht. In der Ferne ragt ein Absetzer aus dem Tagebau hervor, kurzzeitig stellt sich der Eindruck einer Mondlandschaft ein… Bevor wir dem Tagebau allzu nahe kommen, wechseln wir die Richtung und gelangen bald zum Keltischen Lebensbaumkreis. Am skurrilen Sandberg Höller Horn lassen wir den Blick in die Ferne schweifen und fühlen uns ein bisschen wie Eroberer einer fremden Welt. Bald ist das Dach der Sophienhöhe erreicht: Der Römerturm steht auf knapp 300 Metern auf der höchsten Stelle des Gipfels. Die Aussicht von hier oben ist phänomenal, eine Sitzgruppe lädt zum Verweilen ein – man mag sich kaum trennen…

Ab nun wandern wir abwärts und stoßen alsbald auf das ehemalige Gipfelkreuz. Das Staunen über den Unterschied zwischen dem abgebildeten Foto von 1980 und dem jetzigen Zustand begleitet uns auf unserem Weg durch den folgenden Mammutbaumwald. Die Stille dort lässt uns innehalten – weiß noch jemand, dass wir uns in einem Braunkohlegebiet aufhalten? Zum Abschluss der Tour lassen wir uns vom Zauber des alten Lindenberger Waldes einfangen. So sehr einen die natürliche Entwicklung der Sophienhöhe beeindruckt, so deutlich merkt man nun aber auch den Unterschied zu einem seit Jahrhunderten „gewachsenen Wald“. Voll mit frischen Natur- und Landschaftseindrücken erreichen wir wieder den Wanderparkplatz. Bei der Schlusseinkehr in Hambach lassen wir unsere Tour über die Sophienhöhe noch einmal Revue passieren. So nah am Himmel sind wir selten gewandert…

Tourhighlights:

  • Inselsee – Erleben Sie die besondere Atmosphäre des kleinen Sees
  • Keltischer Lebensbaumkreis – Finden Sie Ihren persönlichen Baum
  • Höller Horn – Erobern Sie eine skurrile Sandhügellandschaft
  • Römerturm – Genießen Sie den weiten Blick in die Landschaft und das einmalige Gipfelflair
  • Ehemaliges Gipfelkreuz – Staunen Sie über die Landschaftsveränderung durch Rekultivierung
  • Mammutbaumwald – Spüren Sie die unerwartete Stille
  • Lindenberger Wald – Lassen Sie sich von der Magie eines „alten Waldes“ in den Bann ziehen

Details zur Tour (PDF)

Datum 17.03.2019, 11:15 Uhr, Dauer 5.00 h (ca. 16 km, 288 Höhenmeter), Schwierigkeitsgrad mittel

Treffpunkt: Wanderparkplatz Sophienhöhe, Niederzier-Hambach, Niederzierer Straße, 52382 Niederzier

Kosten: 9,50 €

Anmeldeformular

Kontakt (und weitere Anmeldemöglichkeit): Michael Schulze, mobil: 0176 – 27095793, info@weggefaehrte.com

ACHTUNG: Die Tour ist aktuell ausgebucht!!!

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